Alkoholfreie Alternativen zu Whiskey

Alkoholfreie Alternativen zu Whiskey


Die Kreation von alkoholfreiem Whisk(e)y gestaltet sich als mit die schwierigste Übung. Denn bei der Produktion spielt der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Und die läßt sich nicht so einfach manipulieren oder einfach durch Geschmackszusätze imitieren. Einfacher Scotch wird mindestens 3 Jahre gereift. Durch die Lagerzeit wollte die britische Regierung einst eine künstliche Verknappung erzwingen. Denn während dem ersten 1. Weltkrieg im Jahre 1916 war das Getreide knapp und von dem Gesetz zur vorgeschriebenen Lagerzeit erhoffte man sich, daß die Rüstungsarbeiter eher nüchtern bleiben sollten. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Kornbrand Whiskey oft ein einfacher meist  klarer Schnaps. Hatte also wenig gemeinsam mit dem, was wir uns heute als Luxusbrands  in Snifftern und Nosinggläsern zu Gemüte führen. Geschmacklich war die verordnete Fasslagerung ein kulinarischer Quantensprung. Insbesondere in verschiedenen Fässern aus Eiche, bereits benutzten Behältnisse in denen zuvor jahrzehntelang hochwertige Weine wie Sherry und Portwein gelagert wurden. Die Reifung ist ein komplexer wie undurchsichtiger Prozess. Selbst das wenige was man darüber weiß, füllt Bände.

Die Lagerzeit forciert unzählbare, teils unbekannte Reaktionen und Prozesse, im Fass als Aromareaktor entstehen über 300 geschmackliche Aromen, unangenehme Aromen und Fuselöle verdunsten. Die Reifung verläuft unregelmäßig mit mehreren Aromahöhepunkten. Ein Masterblender entscheidet schließlich, wann welche Barrels geblendet werden. Hohe Kunst also. Sowas kann ein eingefärbtes alkoholfreies Aromenwasser nicht leisten.  Dennoch nehmen einige wenige die Herausforderung an und versuchen sich an alkoholfreien Alternativen. Die Konstrukteure versuchen die Holz- und Reifearomen über zugesetzte Aromen zu simulieren. Das lässt einerseits den Machern viel Spielraum für Kreativität. Also auch eine Art von Kunst. Im Zeitalter der Reproduktion geschieht dies allerdings oft undurchschaubar unter einem Mäntelchen der Geheimhaltung: Secret Ingredients und kognitiver Workflow. Bei Coca-Cola funktionierte das über 100 Jahre bis zum heutigen Tag. In einer Zeit, in der jedoch kritische Verbraucher zunehmend eine eindeutige Transparenz fordern, ist auch das eine Herausforderung.